Von Menschen und Marken
Manchmal sind es die “kleinen” Dinge, die einem irgendwie sauer aufstoßen, um nicht zu sagen die Richtung offenbaren, in die das Großeganze (weiterhin) gehen soll. In diesem Falle betrifft’s die Hypo Real Estate. Dass die mal wieder ein paar zusätzliche Staatsmilliarden braucht, ist inzwischen fast schon Teil dieser ständig grotesker werdenden Normalität. (Was freilich gerade deshalb unseren Widerstand nicht lähmen sollte.) Besonders interessant aber die Ankündigung ihres Vorstandschefs Wieandt, die Bank umzubenennen, schließlich, so sein Argument, habe der Name “extrem gelitten” und die Marke keine zweite Chance. Unter einem neuen Namen könne das Institut dagegen in ein paar Jahren wieder an die Börse zurückkehren.
Und wieder einmal sehen wir: In der Welt dieser Herren leiden Namen, nicht Menschen. Und während eine Marke eine zweite Chance erhält, obwohl es tatsächlich ihre vierte oder fünfte oder was weiß ich wievielte – jedenfalls zuvielte – ist, erhalten viele Menschen nicht mal eine einzige. Aber die wollen ja auch nicht an die Börse… Die bleiben mal schön, wo sie sind. Unten – die Milliarden verdienen.
Abgelegt in: Allgemein, Bund, Finanzmarktkrise mit den
Tags: Banken, Casino-Kapitalismus, Demokratie, Finanzmarktkrise, Vergesellschaften
.
Ähnliche Artikel:































